Video – Russland: Der Fall Nawalny – Opposition in Gefahr

Die Vergiftung von Oppositionsführer Alexej Nawalny ist nicht der erste Anschlag gegen einen Putin-Kritiker. Politischer Widerstand in Russland kann lebensgefährlich sein.

Regimekritiker Michail Efremow vor dubiosem Moskauer Gericht – 11 Jahre Gefängnis gefordert

Russland: Populärer Schauspieler nach Alkoholfahrt mit tödlichem Ausgang  unter Hausarrest — RT Deutsch

Das Gericht verkündet demnächst ein Urteil über den Regimekritiker & Schauspieler Michail Efremow. Die Staatsanwaltschaft fordert, den Schauspieler wegen eines Unfalls, bei dem der 57-jährige Sergei Zakharov starb, zu 11 Jahren Gefängnis zu verurteilen.

Hintergrund: Mikhail Efremov stürzte am 8. Juni auf dem Smolenskaya-Platz in Moskau betrunken in einen Lada-Van in seinem Grand Cherokee-Jeep. Der Fahrer des Lieferwagens Der 57-jährige Kurier des Delikateska-Online-Shops, Sergei Zakharov, wurde getötet.

Zeugen:

Mikhail Efremov – Schauspieler, Angeklagter

Elman Pashayev – Efremovs Anwalt

Verwandte von Sergei Zakharov – Opfer

Alexander Dobrovinsky – Anwalt für Zakharovs Verwandte

Mehrere Dutzend Journalisten

Zuschauer

Was die Staatsanwaltschaft verlangt: Verurteilung von Yefremov zu 11 Jahren in einer Kolonie des Generalregimes – fast die Höchstdauer nach diesem Artikel des Strafgesetzbuchs. Um einen Führerschein für drei Jahre zu entziehen, zahlen Sie drei Verwandten des Verstorbenen einen Rubel und 500.000 Rubel an Zakharovs ältesten Sohn.

Was die Verteidigung verlangt: Efremov nicht seiner Freiheit zu berauben, ihn in extremen Fällen in eine Koloniesiedlung zu schicken. „11 Jahre sind sehr blutrünstig. Dies ist ein Todesurteil “, sagte Efremov selbst.

Ort und Zeit der Klage: Presnensky Court of Moscow, Beginn der Sitzung – 11:00 Uhr (russische Zeit), 8.9.2020

Nawalny aus Koma geweckt – Deutsch-russisches Verhältnis am Boden

Sein Zustand verbessert sich und er ist wieder ansprechbar: Berliner Ärzte haben den Kremlkritiker Alexej Nawalny aus dem künstlichen Koma geholt. Sein Fall hat inzwischen hohe Wellen geschlagen.

Nawalny vergiftet: Statement von Maas und Kramp-Karrenbauer zum Vorfall

Seit mehreren Tagen befindet sich der russische Kreml-Kritiker Alexej Nawalny in der Berliner Charité. Er war dorthin mit Symptomen einer Vergiftung gekommen. Nun gibt es laut Bundesregierung einen “zweifelsfreien Nachweis” für eine Vergiftung mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der Nowitschok-Gruppe. Das erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert. Ein Speziallabor der Bundeswehr habe eine toxikologische Untersuchung anhand von Proben durchgeführt. Hierbei sei die Vergiftung nachgewiesen worden.

Mögliche Sanktionen gegen Russland – Navalny-Ärzte suchen Hilfe bei Novichok-Forschern

Hilferuf an Bundeswehr - Charité geht von Nervengift-Anschlag auf Nawalny aus - Politik Inland - Bild.de
Deutschlands Außenminister Heiko Maas sagte, Berlin sei bereit, diplomatische Sanktionen gegen Russland einzuführen, wenn sich herausstellen würde, dass die russischen Behörden hinter der Vergiftung des Oppositionspolitikers Alexey Navalny stecken, berichtet Reuters.

Maas unterstrich, dass die deutschen Behörden als Reaktion auf die Ermordung des ehemaligen tschetschenischen Feldkommandanten Zelimkhan Khangoshvili, der im August 2019 in Berlin erschossen wurde, genauso handeln würden. Nachdem ein russischer Staatsbürger wegen des Attentats angeklagt worden war, wies Deutschland zwei russische Diplomaten aus , die angeblich als ausländische Geheimdienstagenten für das russische Verteidigungsministerium tätig waren (Moskau reagierte mit Sachleistungen und vertrieb zwei der deutschen Bevölkerung).

Laut der deutschen Wochenzeitung Der Spiegel haben die Ärzte, die Nawalny im Charité-Krankenhaus in Berlin behandeln, heimlich Hilfe bei der Bundeswehr gesucht, die über ein eigenes Toxikologielabor in München verfügt. Die Ärzte wandten sich auch an Spezialisten des britischen Porton Down-Labors, die für die Untersuchung des versuchten Mordes an Sergey und Yulia Skripal verantwortlich waren, nachdem sie 2018 in Salisbury mit einer Substanz der Novichok-Klasse vergiftet worden waren.

Zuvor berichteten Der Spiegel und das Ermittlungsbüro Bellingcat, dass die deutschen Ärzte wegen möglicher Ähnlichkeiten zwischen der Vergiftung von Navalny und dem versuchten Mord an dem bulgarischen Waffenhändler Emilian Gebrev, der 2015 angeblich mit Novichok vergiftet worden war, auch Ärzte in Bulgarien kontaktiert hatten.

Video – Boris Nemzow – Tod an der Kremlmauer

Am 27. Februar 2015 ereignete sich der Mord an dem russischen Oppositionspolitiker Boris Nemzow. Die Welle der Empörung und Anteilnahme nach der Ermordung war sowohl in Russland als auch im Ausland hoch. Russlands Präsident Putin versprach umgehende Aufklärung. Was ist seitdem passiert, und was weiß man heute über die Drahtzieher des Mordes?

Spur nach Moskau – Warum musste Litwinenko sterben

“2006 starb in London der ehemalige KGB-Offizier Alexander Litwinenko an einer Vergiftung durch radioaktives Polonium. Indizien deuten auf den russischen Geheimdienst als Auftraggeber. In einem öffentlichen Anhörungsverfahren in London wurden in den letzten Monaten viele Details des Polonium-Mordes bekannt. Russland weigert sich bis heute die beiden mutmaßlichen Mörder Andrei Lugowoi und Dmitri Kowtun nach England auszuliefern. Alexander Litwinenko starb am 23. November 2006 in der Londoner Universitätsklinik. Drei Wochen zuvor war er mit radioaktivem Polonium vergiftet worden, das seinen Körper von innen zerfraß. Die mutmaßlichen Mörder waren schnell identifiziert: Andrei Lugowoi und Dmitri Kowtun, zwei Geschäftsleute mit Verbindungen zum russischen Geheimdienst. Die britische Justiz erließ internationale Haftbefehle, doch der Kreml weigert sich, Lugowoi und Kowtun auszuliefern. In einem öffentlichen Anhörungsverfahren vor den Courts of Justice in London, für das die Witwe Marina Litwinenko jahrelang gekämpft hatte, wurden viele Einzelheiten und Umstände der Tat bekannt. Und die Indizien deuten darauf hin, dass Präsident Putin zumindest davon wusste. Egmont R. Koch geht in seiner Reportage diesen Vorwürfen nach. Er trifft in Moskau, Sankt Petersburg und an der amerikanischen Ostküste Freunde und ehemalige Kollegen von Litwinenko. Sie sind davon überzeugt, dass es sich bei dem Giftanschlag um einen Staatsmord handelte. Litwinenko und Putin trafen sich ein einziges Mal persönlich, im August 1998. Damals versuchte der Offizier des FSB (vormals KGB) seinen obersten Chef, den gerade ernannten FSB-Direktor Wladimir Putin, von der grassierenden Korruption im Geheimdienst zu überzeugen. Putin wollte davon nichts wissen, befahl stattdessen, Litwinenkos Privattelefon anzuzapfen und ihn zu überwachen. Seit diesem Ereignis herrschte eine erbitterte Feindschaft zwischen den beiden. Und blanker Hass. 2000 floh Litwinenko mit seiner Familie nach London, wo er seine Vorwürfe Richtung Kreml verschärfte. Er behauptete, Putin habe in seiner Vergangenheit mit der Russenmafia kooperiert und am Drogenschmuggel partizipiert. Aber waren diese Beschuldigungen gerechtfertigt? Oder hatte er sie erfunden, um dem Präsidenten zu schaden? „Litwinenko war besessen von der Idee, Putin als Präsident stürzen zu können“, erinnert sich sein Freund, der Historiker Juri Felshtinsky. Irgendwann habe der FSB offenbar geglaubt, ihn zum Schweigen bringen zu müssen.”

Todkranker Kreml-Kritiker Alexej Nawalny in Berlin eingetroffen – Video

Der womöglich vergiftete russische Kremlkritiker Alexej Nawalny ist zur medizinischen Behandlung in Berlin eingetroffen. Ein Spezialflug mit dem im Koma liegenden Oppositionellen sei am Samstag gelandet, sagte eine Sprecherin des 44-Jährigen. Jaka Bizilj von der Organisation Cinema For Peace, die den Transport Nawalnys aus einem Krankenhaus in der sibirischen Stadt Omsk organisiert hatte, bestätigte: «Nawalny ist in Berlin». Vorausgegangen war ein Tauziehen mit den russischen Ärzten des Oppositionellen, die sich gegen seine Verlegung ausgesprochen hatten, weil er ihrer Ansicht nach nicht stabil genug für den Transport war. Anhänger Nawalnys vermuteten dahinter aber politische Gründe und mutmaßten, dass die russische Regierung die Verlegung so lange hinauszögern wollte, bis kein Gift mehr in seinem Blut nachweisbar sei. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies das zurück und sagte, es sei eine rein medizinische Entscheidung gewesen. Nawalny war am Donnerstag auf einem Flug von Sibirien nach Moskau plötzlich zusammengebrochen, das Flugzeug landete daraufhin in Omsk, wo er ins Krankenhaus gebracht wurde. Am Freitag gelangte dann ein Spezialflugzeug mit modernem medizinischen Gerät und deutschen Ärzten nach Omsk, um Nawalny in die Charité zu bringen. Es dauerte aber bis zum frühen Samstagmorgen, bis er dann auch wirklich abfliegen konnte. Nawalnys Anhänger vermuten, dass er vor dem Flug einen vergifteten Tee getrunken habe und dass der Kreml dahinterstecke. Die russischen Ärzte erklärten hingegen, es gebe keine Belege für eine Vergiftung. Die Nachrichtenseite NGS55 in Omsk veröffentlichte eine Videostellungnahme des Chefarzts des örtlichen Krankenhauses, Alexander Murachowski. Dieser sagte, eine Stoffwechselstörung sei die wahrscheinlichste Diagnose. «Sie könnte durch einen starken Abfall des Blutzuckers im Flugzeug angestoßen worden sein, was den Verlust des Bewusstseins verursacht hat», sagte er. Nawalnys Anhänger wiesen diese Theorie zurück. «Sie erlauben den Transport von Alexej nicht wegen einer Stoffwechselstörung und eines Abfalls des Blutzuckers?!», fragte der Chef von Nawalnys Stiftung für den Kampf gegen Korruption, Iwan Schdanow, auf Twitter. Auch einige Toxikologen zeigten sich skeptisch, wie man so schnell eine Vergiftung ausschließen könne. So etwas brauche Zeit, sagte Alastair Hay, ein emeritierter Professor und Experte von der Universität von Leeds. Besonders wenn es eine hochgiftige Substanz sei, wäre diese nur in geringer Konzentration im Blut und deshalb durch Tests nicht so leicht nachweisbar.