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- Von J. RICHARD
Leipzig โ Es ist der Skandal am Rande des Skandals. In Leipzigs Asylbewerberheimen haben offenbar alte Stasi-Seilschaften das Sagen โ und das auch noch im Auftrag der Stadt und gegen รผppige Bezahlung. โEin unthaltbarer Zustandโ, sagt Tobias Hollitzer (47), Leiter des Museums in der Runden Ecke.
In welchem Zustand das unter Altbonzen-Betreuung stehende Asylheim an der Torgauer Straรe tatsรคchlich ist, kam vorvergangene Woche ans Licht. In seinem Zimmer wurde die Leiche des Libanesen Hashim Y. (โ 34) gefunden. Sechs Wochen lag der Tote hier, ohne vom Personal entdeckt zu werden. Und das, obwohl Heimbewohner immer wieder auf Verwesungsgerรผche aufmerksam gemacht hatten.
Die private Sicherheitsfirma โA&S Lavalโ betreut seit 1999 (!) im Auftrag der Stadt die Heime. Deren Chef ist Gerhard Straรenburg (69), ehemaliger Generalmajor und im Wendeherbst Chef der Leipziger Volkspolizei. Und der rekrutierte seine Mitarbeiter (200 Leute) gern aus alten Genossen, wie das MDR-Magazin โexaktโ jetzt berichtete: Stasi-Vergangenheit kein Hindernis.
So wie Karlheinz P., ein hauptamtlicher MfS-Offizier, der fรผr die Stasi u.a. mit der Einrichtung von Internierungslagern fรผr politische Gefangene beschรคftigt war. Heute ist er Chef der SDS Detektiv- und Sicherheitsbรผro GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der โA&S Lavalโ (Gesellschaftervertrag liegt BILD vor).
Hintergrund
- Leipzig
Toter Libanese Die Asyl-Schande von Leipzig
Ein Libanese liegt 6 Wochen tot im Wohnheim. Jetzt gibt es Schwere Vorwรผrfe gegen Stadt und Sicherheitsfirma. Die Asyl-Schande. mehr…
Oder Bernd P., zu DDR-Zeiten Straรenburgs Politik-Offizier bei der Volkspolizei. Er wurde spรคter Mitgesellschafter der โA&S Lavalโ.
Fรผr die Stasi/VoPo-Connection ist das Geschรคft mit Asylbewerbern ein lohnendes. Laut MDR kassiert โLavalโ in fรผnf Monaten 190 000 Euro von der Stadt. Zum Vergleich: im selben Zeitraum gab die Firma lediglich 125 Euro fรผr die Reinigung eines Heimes aus. Dabei schreib die Stadt im Anforderungsprofil an die Firma, dass โauf Sauberkeit zu achtenโ sei…
Warum die Stadt ausgerechnet jenes Unternehmen mit der Betreuung beschรคftigt, bleibt schleierhaft. Auf BILD-Anfrage heiรt es lapidar aus der Verwaltung: โBezรผglich der politischen Vergangenheit der Akteure gibt es im Vergaberecht keine Vorgaben.โ Wichtig sei laut Anforderungsprofil aber โinterkulturelle Kompetenzโ…
Fรผr Tobias Hollitzer ein Hohn: โDiejenigen, die zu DDR-Zeiten angeblich die internationale Solidaritรคt predigten, schlagen nun aus dem Leid der genau dieser Menschen Profit. Das ist zynisch!โ
Bernd Straรenburg war fรผr Bild nicht erreichbar.

