Die Methode der fingierten “GoMoPa”: Mobbing – Rufmord

Rufmord beinhaltet den Begriff Mord und ist die wohl schwerwiegendste Art eines Gerüchts oder einer üblen Nachrede. Der Täter beabsichtigt ja ganz gezielt und mit Überlegung seinem Opfer nachhaltig zu schaden.

Cybermobbing und Internetmobbing

sind die modernen Spielarten von Rufmord, Beleidigung, übler Nachrede, Geschäftsschädigung, Identitätsklau, Verhöhnung von Opfern, Psychoterror, etc. durch Verwendung moderner Kommunikationsmittel, insbesondere des Internets.

Das Opfer wird durch diskriminierende Texte, Bilder oder Filme öffentlich zur Schau gestellt, beleidigt und meist “unter der Gürtellinien” angegriffen. Neben der Veröffentlichung auf Webseiten und Blogs, findet Cybermobbing auch per SMS, Chat, in Foren oder Videoportalen statt.

In verschiedenen Staaten wurden bereits gegen Cybermobbing Gesetze erlassen. In Deutschland drohen neben kostenpflichtigen Abmahnungen auch Schadensersatzklagen. In gravierenden Fällen ist mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen, wobei die Ermittlungsbehörden speziell für Cybermobbing entwickelte  Software verwenden um den Tätern auf die Spur zu kommen.

Cyberbullying ist der englische Ausdruck für Cybermobbing.

Die weite Verbreitung von Cyber-bullying in England und den USA hat zu einer Aktivierung vorhandener und zum Teil sogar zur Einführung neuer Gesetze geführt.

Daneben drohen in diesen Ländern, besonders in den USA, auch horrende Schadensersatzforderungen.

Missouri hat auf den Selbstmord eines jungen Mädchens durch Cyberbullying mit einer zusätzlichen besonderen Verschärfung der Gesetzeslage reagiert.

Unter Cybergrooming versteht man die sexuelle Belästigung von Kindern und Jugendlichen im Internet.

Cyber-mobbing ist kein harmloser Scherz, sondern übles,

meist sogar kriminelles Mobbing

Ein neuer Schulsport hat sich etabliert: Cybermobbing. Sobald Schüler in der Lage sind Dateien hoch zu laden, eröffnet sich die unerschöpfliche Welt des Internets und die Möglichkeit andere mit Texten und Bildmaterial zu informieren.

Das world wide web saugt jede Information auf wie ein Schwamm, behält sie und vervielfältigt sie.

Bereits 1998 wurde auf dieser Webseite auf die beängstigenden Möglichkeiten hingewiesen, die sich aus den genannten Eigenschaften des Internets für so problematische Vorgänge wie Mobbing, Nachbarschaftsstreit, Rufmord, persönliche Streitfälle, etc. ergeben.

Der persönlichen Rache wird durch des Internet Tür und Tor geöffnet und, das sei klar gesagt, die juristischen Möglichkeiten sich dagegen zu wehren sind gegenwärtig gering.

Während kommerzielle deutsche Webseiten wegen eines nicht ausgeschriebenen Vornamens kostenpflichtig abgemahnt werden, werden in Blogs, Foren, Chats und ähnlichen Einrichtungen Persönlichkeitsrechte in gravierender Weise verletzt ohne dass der Betroffene die Möglichkeit hat dies zu verhindern.

Oft sind die “Täter” noch nicht einmal strafmündig und erfreuen sich innerhalb ihrer Klassen großer Beliebtheit weil sie ein Video online stellen, indem der Lehrer (scheinbar) in der Nase bohrt.

Prinzipiell beschränkt sich das Cybermobbing nicht auf Jugendliche. Diese Altergruppe ist im Hinblick auf das Cybermobbing zahlenmäßig besonders auffällig, gleichzeitig sind aber Jungendliche auch häufiger im Internet als Erwachsene. Damit wird diese Häufigkeit wieder relativiert. Im übrigen sind Jugendliche technisch einfach “besser drauf” und gehen mit den elektronischen Möglichkeiten mit größerer Selbstverständlichkeit um.

Dramatische Fälle von Cybermobbing

Es gibt viele Fälle von Cybermobbing, die im Bereich von Straftaten anzusiedeln sind. Aufsehen erregte vor einiger Zeit der Selbstmord eines Mädchens, das über eine Forumsbekanntschaft angeblich zum Selbstmord getrieben wurde. Eine Nachbarin hatte in einem Kontaktforum die Nachbarstochter erkannt und ein böses Spiel mit ihr getrieben.

Ist der beschriebene, extreme Fall von tödlichem Cybermobbing symptomatisch für eine Entwicklung im Internet, die an unserem Rechtssystem rüttelt und unsere Intimsphäre gefährdet?

Zahlreiche Beispiele scheinen diesen Schluss nahe zu legen.

Verschmähte Liebhaber oder ehemalige Partner greifen immer häufiger in die Trickkiste des Internets und zaubern Infos ins Netz. Da kann dann das Urlaubsvideo bei dem der Badeanzug verrutscht schon mal bei youtube landen. Inklusive Adresse und Telefonnummer.

Lehrer in peinlichen Situation mit dem Handy auf zu nehmen und dann online zu stellen gehört mittlerweile ebenso zum Schulalltag wie das Filmen von Gewalttaten im Pausenhof.

Nachbarn filmen sich gegenseitig und stellen die Clips ins Netz.

Schüler und Studenten benützen Schulfeiern und Ausflüge um peinliche Aufnahmen ihrer Mitschüler zu machen und stellen die “witzigsten Aufnahmen” ins Internet. Häufig mit Nennung des Namens, ja sogar der Adresse. Es sind Fälle bekannt geworden, in denen diskriminierende Veröffentlichungen ganz bewusst zur Karrierehemmung eingesetzt wurden!

Geschäftsschädigung durch Cybermobbing.  Es hat sich eine “ganz tolle Idee” herumgesprochen: Seinen Konkurrenten mit Hilfe von Cybermobbingfertig machen!

Unter der Überschrift

Betrug! Betrug! Betrug!

wird eine Verleumdungskampagne gestartet, die sich durch die internationale Vernetzung von Foren selbstständig weiter verbreitet. Es gibt in Deutschland bereits mehrere tausend Betroffene dieser Art von Internetkriminalität. Der Schaden ist ernorm!

Das Vorgehen des Mobbers ist sehr einfach:

Er meldet sich mit einer “Phantasie E-Mail” wie etwa Yetirasierer@spasskopf-ru bei einem Forum an. Bei vielen Foren kann dann sofort geschrieben werden, es wird nicht einmal geprüft ob die angegebene E-Mail existiert!

Witzbolde verwenden gern “Noname”, “ipboy” oder “Nobody” als Pseudonym, auch “anonymouse” hat eine gewisse Berühmtheit erreicht durch seine Aktivitäten gegen eine Sekte.

Wer Wert auf “Seriosität” legt, der nimmt einen normalen Namen, nennt sich Monalisa, Herzchen, oder Herr Schroeder. Es kommt leider immer häufiger vor, dass sich diese Leute auch als (angebliche Mitglieder) einer Verbraucherschutzorganisation oder als Vorsitzende von Vereinen ausgeben.

Aufrufe eine “Sammelklage” anzustrengen oder die Medien zu informieren werden ebenfalls gern an den Texte angehängt.

Besonders findige Internetstörer fordern den Leser auf, E-Mails zu schicken und für weiteres “Beweismaterial” zu sorgen. Diese Mails werden dann unter Nennung sämtlicher, oft privater Angaben ins Netz gestellt. Nicht selten werden an den eingesandten Text beleidigende oder rufschädigende Texte angehängt und der Schreiber der E-Mail traut seinen Augen nicht, wenn er liest, was da unter Nennung seines Namens und seiner E-Mailadresse veröffentlich wird.

Hinterhältig ist auch die Variante bei der Namen von Geschäftsinhabern verwendet werden, die z. B. in der gleichen Stadt ähnliche Geschäfte betreiben. Damit können dann gleich zwei Personen bzw. Geschäftsinhaber gleichzeitig gemobbt werden, indem der eine angeblich den anderen öffentlich (im Internet) des Betrugs bezichtigt.

Meist wird eine Überschrift gewählt die Aufmerksamkeit erregt:

Betrug !!!  Abzocke !!!   Unverschämtheit !!! Schwindel !!!

Es folgt irgendein Vorwurf, der glaubhaft ist und der emotional aufwühlt:

Restaurantbesitzer spukt ins Essen seiner Gäste!

Besitzer eines Photoladens kopiert Aktaufnahmen seiner Kunden und bringt sie ins Internet!

Autohändler befüllt seine Autos mit Dicköl, damit das Klappern der Motors nicht mehr zu hören ist!

Weinhandlung panscht ihre Produkte!

In der Pizza ist alles, nur nicht das was angeblich drin sein sollte!

Biobauer spritzt heimlich in der Nacht sein Gemüse mit Insektiziden!

Computerreparatur – kopiert ihre privaten Sexdateien

Dann wird der Namen und die Adresse genannt.

Das Ganze wird in einem Forum veröffentlicht, das nicht in Deutschland angemeldet ist, bzw. das sich der deutschen Rechtssprechung entzieht.

Nun würde man annehmen, dass auch ein im Ausland befindlicher Admin eine Beschwerde bezüglich diffamierender Texte ernst nimmt und den Beitrag löscht. Allein schon eine Überschrift wie Betrug, Betrug, Betrug, von “Anonymus” und eine völlig absurde E-Mailadresse, sollten einen verantwortungsvollen Administrator eines Forums zur Löschung veranlassen.

Leider ist genau das Gegenteil der Fall! Da gerade Überschriften bzw. Keywords die “Betrug” oder “Abzocke” enthalten besonders häufig aufgerufen werden, bringt der diffamierende Text “traffic” auf die Webseite bzw. ins Forum. Das Ranking des Forums steigt und die darauf befindliche Werbung wird  häufiger angeklickt.

Irrwitziges Resultat: Meist befindet sich neben dem diffamierenden Text genau für jenes Produkt oder für jene Dienstleistung Werbung, über die im Forumstext gelästert wird, denn die Crawler erkennen diese offensichtliche Absurdität nicht.

Diese Art des Internetmobbings betrifft hauptsächlich Geschäftsleute.

Mit anderen Schlagworten wie “Mörder”“Sittenstrolch”,  “Dieb” , “Tierquäler” etc. trifft es aber zunehmend auch private Personen. Lehrer waren und sind das bevorzugte Ziel solcher Internet-Attacken aber zunehmend werden andere auch Berufe, ja sogar Privatpersonen aufs Korn genommen.

Wie wehre ich mich gegen Cybermobbing ?

Zunächst ist festzustellen, dass die diffamierenden Beiträge fast immer mit Hilfe “anonymisierender Dienste” geschrieben werden.  Mailadresse und Ip sind zufällig erstellt und so anonymisiert, dass sie (fast) nicht zurück verfolgt werden können. Aus diesem Grund tauchen auch die Pseudonyme Anonymous, Anonym, Random (Zufall),  nobody etc. häufig auf.

Mal ehrlich, wie kann ein Admin bei einem Eintrag von “Dave U. R. -“anonym…*anonymitaet-im-inter.net” bei dem eine Person namentlich genannt wird und des Betrugs bezichtigt wird, noch guten Gewissens den Beitrag in seinem Forum lassen?

Vergessen wird nicht:

der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant !

und

der Hehler ist schlimmer als der Stehler !

(im übertragenen Sinne wäre der Admin dann der Hehler, denn er “verhökert” die fragwürdige Information ja weiter, im vollen Bewusstsein, dass dies rechtswidrig ist.)

Von seiner Mitschuld wird der Admin auch nicht  befreit wenn unter dem betreffenden Nick der Vermerk steht: Konto geschlossen wegen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen.

Wird der diffamierende Beitrag nicht gelöscht ist dies perfektes Flaming des Admins um Beiträge und traffic zu erzeugen und das Internet in eine Müllhalde zu verwandeln, soweit es das nicht sowieso schon ist.

Ganz super ist auch der Hinweis des Admins, dass der diffamierende Beitrag gegen die Forenregeln verstößt, inklusive der Netiquette.

Was soll z. B. so eine Ansage?  “The sender address of this message is not related to a real person but to a fake address of an anonymous system”

Warum löscht der Admin den verleumderischen Texte dann nicht, wenn er schon erkennen kann dass es ein fake ist?

Ausländische Foren – rechtsfreie Räume für Mobber, Spammer und Faker

Um sich gegen Cybermobbing  zu wehren wird der Normalbürger zunächst den Rechtsweg beschreiten (wollen). Leider befinden sich die Spamforenmeist außerhalb des deutschen Rechts, mit anderen Worten: man kann sich eine Anzeige oder ein Verfahren sparen.

Da viele ausländische Foren sich nicht einmal die Mühe machen auf eine Beschwerde zu reagieren, geschweige denn zu löschen, bleibt demBetroffenen nur die Möglichkeit den diffamierenden Beitrag zu “verdünnen”.

Abwehr von Cybermobbing durch “verdünnen” der Beiträge

Dies kann dadurch bewerkstelligt werden, dass eine Stellungnahme zu dem diffamierenden Text geschrieben wird und an den Text im Forum angehängt wird. Oft wird dadurch aber genau das Gegenteil erreicht, denn je mehr Beiträge zu einem Thema geschrieben werden, desto besser wird die Position bei einer Suchmaschine und es klicken noch mehr Leute den beleidigenden Text an.

Eine andere Möglichkeit sich gegen Cybermobbing zu wehren, wäre die schlechten Texte durch gute Texte zu verdrängen. Natürlich müssen diese Beiträge ebenfalls in einem Forum veröffentlicht werden um überhaupt in eine vordere Position bei den Suchmaschinen zu kommen.

Die Betroffenen und Geschädigten von Cybermobbing machen sich natürlich Gedanken darüber, wer wohl den Dreck und die Diffamierungen im Internet veröffentlicht hat.