Die STASI und Ihr Tarnunternehmen in Neuss – die mutmasslichen STASI-Morde

 

DIE WELT BERICHTET:

Überhaupt sind es die zahlreichen, bis heute ungeklärten Todesfälle beim Bereich Kommerzielle Koordinierung (KoKo) und dessen Stasi-Firmen in Ost und West, die bei den Ermittlungen zu den Einsatzgruppenmorden eine zentrale Rolle spielen. Schon im 1994 vorgelegten Bericht des Bundestagsuntersuchungsausschusses, der sich mit den kriminellen Praktiken des von den Stasi-Offizieren im besonderen Einsatz (OibE) Alexander Schalck-Golodkowski und Manfred Seidel geführten DDR-Devisen-Beschaffungs-Imperium auseinander setzt, wurde konstatiert, dass die Todesfälle “wahrscheinlich einen nachrichtendienstlichen Hintergrund” hätten.

Ermittelt wird heute zu den bereits in dem Bericht aufgeführten Fällen der durch “Herzversagen” aus dem Leben geschiedenen Geschäftsführer der KoKo-Firmen Itema in Neuss, Karl-Heinz Noetzel und Fritz John Bruhn. Letzterer wurde im Ost-Berliner Hotel “Metropol” im August 1982 tot aufgefunden. Laut “Focus” hatte Bruhn nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes seit 1979 die westdeutsche Spionageabwehr über konspirative Geldtransfers für die DKP informiert. In Bruhns Verfassungsschutzakte findet sich das Abhörprotokoll einer brutalen Einschüchterung. So sagte im Januar 1981 das DKP-Mitglied Friedrich R. aus Bochum zu Bruhn: “Mach keinen Blödsinn, einen Kontakt zum Verfassungsschutz bekommt die Partei sowieso heraus. Die Folgen würdest du nicht überstehen.”

QUELLE: DIE WELT

http://www.welt.de/print-wams/article100912/Erschiessen-Erstechen-Verbrennen-Strangulieren.html

 

 

Karl-Heinz Nötzel, Geschäftsführer der DDR-Tarnfirma Intema in Neuss, erstickt am 8. September 1981 in einer Leipziger Hoteltoilette – angeblich an Speiseresten. Offizielle Todesursache: Herzversagen. Nötzel, der über die Intema Ostberlin Devisen beschaffte, stand bei der DDR-Staatssicherheit im Verdacht, ein Agent des Kölner Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) zu sein.

Fritz John Bruhn, 57, Nötzels Nachfolger bei der Parteifirma Intema, wird am 20. August 1982 leblos im Ostberliner Hotel „Metropol“ aufgefunden. Die Obduktion ergibt: Herzversagen.

FOCUS vorliegende Verfassungsschutz-Dossiers beweisen, dass Bruhn seit 1979 die westdeutsche Spionageabwehr über konspirative Geldtransporte der DDR und die Drahtzieher illegaler Ost-West-Geschäfte informierte. Eine BfV-Verschlussakte über die Geheimoperation mit dem Codenamen „Einkäufer“ schildert detalliert, wie Bruhn am 24. Januar 1981 von dem DKP-Mitglied Friedrich R. aus Bochum eingeschüchtert wurde: „Mach keinen Blödsinn“, so die Warnung laut Wortprotokoll, „einen Kontakt zum Verfassungsschutz bekommt die Partei sowieso heraus.“ R. dann massiv drohend zu Bruhn: „Die Folgen würdest du nicht überstehen.“


Deutschland: Die düstere Seite der DDR – weiter lesen auf FOCUS Online: http://www.focus.de/politik/deutschland/deutschland-die-duestere-seite-der-ddr_aid_194129.html