Serie – Die Geheimnisse Der Angela Merkel Enthüllt – The Mysteries of Angela Merkel Exposed – 7 – Merkel & “IM Czerny” Alias Lothar De Maiziere

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„Angela Merkels politische Karriere schien auf den ersten Blick schon beendet zu sein, bevor sie noch richtig begonnen hatte. Denn die 0,92 Prozent, mit denen der Demokratische Aufbruch aus der Volkskammerwahl vom 18. März 1990 hervorging, hätten kaum Ansprüche auf Posten in der künftigen Regierung zugelassen. Doch auf den zweiten Blick stellten sich die Dinge anders dar: Noch in der Wahlnacht suchte die Pressesprecherin des Demokratischen Aufbruchs die Nähe zum Sieger, genauer gesagt zum Überraschungssieger, denn niemand hatte erwartet, dass Lothar de Maizière 40,8 Prozent der Stimmen bekommen würde.[1] Vorausgesagt worden war ein Triumph der Sozialdemokraten unter Ibrahim Böhme, der bald von seiner Stasivergangenheit eingeholt werden sollte. Sogar von einer absoluten Mehrheit sprachen die Demoskopen. Doch nun erhielten die Sozialdemokraten gerade einmal 21,9 Prozent. Die Menschen hatten de Maizière gewählt und den Bundeskanzler gemeint, der wie kein anderer für Deutschlands schnelle Vereinigung stand.
Angela Merkel harrte nicht bei den Verlierern vom Demokratischen Aufbruch aus. Eigentlich hatten sie in der Gaststätte »Zur Mühle« auf dem Prenzlauer Berg ein ganz anderes Ergebnis feiern wollen, ehe die Schnur-Affäre alles zunichtegemacht hatte. Sie fuhr stattdessen mit dem Journalisten und Politikberater Claus Detjen zum Palast der Republik, dem Sitz der Volkskammer, wo[…]“

Auszug aus: Reuth, Ralf Georg. „Das erste Leben der Angela M. (German Edition).“

“At first glance, Angela Merkel’s political career seemed to have ended before it really started. Because the 0.92 percent with which the democratic awakening emerged from the People’s Chamber election of March 18, 1990, would have hardly allowed any claims to posts in the future government. But at second glance things turned out differently: On election night, the press spokeswoman for the Democratic Awakening sought proximity to the winner, more precisely to the surprise winner, because nobody expected Lothar de Maizière to get 40.8 percent of the vote. [1] A triumph of the Social Democrats under Ibrahim Böhme had been predicted, which was soon to be overtaken by his stasi past. The opinion polls even spoke of an absolute majority. But now the Social Democrats received just 21.9 percent. The people had elected de Maizière and meant the Federal Chancellor, who like no other stood for Germany’s rapid unification.
Angela Merkel did not wait with the losers of the democratic awakening. Actually, they had wanted to celebrate a completely different result in the »Zur Mühle« restaurant on Prenzlauer Berg, before the Schnur affair had ruined everything. Instead she drove with the journalist and political advisor Claus Detjen to the Palace of the Republic, the seat of the People’s Chamber, where […] “

Excerpt from: Reuth, Ralf Georg. “The first life of Angela M. (German Edition).”

„Sie fuhr stattdessen mit dem Journalisten und Politikberater Claus Detjen zum Palast der Republik, dem Sitz der Volkskammer, wo ein Medienauftrieb stattfand, wie man ihn bisher nur von Wahlabenden im Westen kannte. Der ungeheure Trubel machte es beiden jedoch unmöglich, an den Wahlsieger heranzukommen, geschweige denn ein Gespräch mit ihm zu führen. Deshalb entschlossen sie sich, jetzt in Begleitung Joachim Sauers und des Detjen-Sohns Stephan, zum »Ahornblatt«, einem Saalbau auf der Fischerinsel, zu gehen, wo die Wahlparty der CDU schon begonnen hatte und alle auf de Maizière warteten. Doch die vier wurden von den Sicherungskräften abgewiesen, verfügten sie doch weder über Presseausweise noch über andere Einlasskarten. Sie machten sich deshalb wieder »Zur Mühle« auf, wo Rainer Eppelmann und einige andere Wahlkämpfer des Demokratischen Aufbruchs saßen und ihren Frust hinunterspülten. Spät in der Nacht kam es dann doch noch zu dem Treffen mit dem Wahlsieger. Lothar de Maizière, der Mann, der für Angela Merkels Aufstieg entscheidend werden sollte, stieß zu ihnen…

Doch wer ist eigentlich Lothar de Maizière? Schon im Verlauf des Abends war den Beobachtern im Palast der Republik oder im »Ahornblatt« aufgefallen, dass der designierte Regierungschef der DDR Mühe hatte, die Situation zu meistern. Zum zweiten Mal sollte er nun völlig überraschend in eine Führungsposition katapultiert werden, um die er sich nicht gerissen hatte. Damals – Ende Oktober 1989 – war er ausgewählt worden, die zu reformierende Blockpartei als Vorsitzender zu übernehmen. Doch die Politik war nicht unbedingt die Sache des gelernten Bratschisten, dem sein Vater Clemens de Maizière durch seine Beziehungen zu Blockparteichef Götting ein spätes Jurastudium ermöglich hatte.[3] Wie sein Vater war er dann beim MfS als Inoffizieller Mitarbeiter (»Czerny«) registriert und soll als solcher – so steht es in den Unterlagen des Geheimdienstes – in der Maske des evangelischen Kirchenfunktionärs bei der Durchsetzung staatlicher Kirchenpolitik mitgewirkt haben.[4] Wie sein Vater trat er dem innerhalb des Staatsapparats angesehenen Berliner Rechtsanwaltskollegium bei, dessen Chef seit 1988 Gregor Gysi war. Und wie sein Vater verfügte er über eine Zulassung beim Militärgerichtshof der DDR, wo Mielke die in ihrem Verlauf und Ausgang schon vorher festgelegten Geheimverfahren gegen Angehörige der bewaffneten Organe abwickeln ließ.[5] Die Rolle der Verteidiger glich dabei derjenigen von Statisten auf einer Theaterbühne. Doch alles war eine bitter-ernste Angelegenheit, denn bis Anfang der Achtzigerjahre endeten solche Verfahren auch schon einmal mit einem Todesurteil, das dann mit einem Nahschuss in den Hinterkopf vollstreckt wurde.“

Auszug aus: Reuth, Ralf Georg. „Das erste Leben der Angela M. (German Edition).“

“Instead, she drove with journalist and political advisor Claus Detjen to the Palace of the Republic, the seat of the People’s Chamber, where there was a media surge that was previously only known from election evenings in the West. The hustle and bustle made it impossible for both of them to get hold of the election winner, let alone have a conversation with him. So they decided to go with Joachim Sauer and Detjen’s son Stephan to the Ahornblatt, a hall on Fischerinsel, where the CDU election party had already started and everyone was waiting for de Maizière. But the four were turned away by the security forces, as they had neither press cards nor other admission tickets. So they went back to »Zur Mühle«, where Rainer Eppelmann and a few other campaigners for the Democratic Awakening sat and washed down their frustration. Then, late at night, there was a meeting with the election winner. Lothar de Maizière, the man who was to be decisive for Angela Merkel’s rise, joined them …

But who is actually Lothar de Maizière? Already in the course of the evening the observers in the Palast der Republik or in the Ahornblatt had noticed that the designated head of government of the GDR was struggling to cope with the situation. For the second time, he was to be catapulted into a management position, which he had not ridden over, as a complete surprise. At that time – at the end of October 1989 – he was selected to take over as chairman of the bloc party to be reformed. But politics was not necessarily the business of the trained violist, for whom his father Clemens de Maizière had enabled him to study law at a later stage through his relationships with block party leader Götting. [3] Like his father, he was then registered with the MfS as an unofficial employee (»Czerny«) and as such – as it is in the documents of the secret service – in the guise of a Protestant church official, he was involved in the implementation of state church policy. [4] Like his father, he joined the Berlin legal college, which was respected within the state apparatus and had been headed by Gregor Gysi since 1988. And like his father, he was admitted to the GDR Military Court, where Mielke had the secret proceedings against members of the armed organs, which had already been determined in advance and which had been determined in their course and outcome, handled. [5] The role of the defender was similar to that of extras on a theater stage. But everything was a bitterly serious matter, because until the beginning of the eighties such proceedings ended with a death sentence, which was then carried out with a close-up shot in the back of the head. “

Excerpt from: Reuth, Ralf Georg. “The first life of Angela M. (German Edition).”

„Wie verunsichert Lothar de Maizière schon im November 1989 war und wie nahe er der Gruppe um Wolf und Gysi stand, verdeutlicht auch die Tatsache, dass er nach seiner Nominierung zum CDU-Vorsitzenden sofort Gysi aufsuchte. Ein Vermerk des MfS vom 6. November 1989[8], der auf einem Tonbandmitschnitt basiert, gibt den Verlauf des Gesprächs wieder. Danach schildert de Maizière Gysi zunächst, dass ihm mitgeteilt worden sei, »daß ein Parteimitglied Vorsitzender werden soll, das nicht durch eine bisherige Tätigkeit in einem Kreisvorstand oder einem Bezirksvorstand oder im Hauptvorstand oder im Apparat belastet ist«. Außerdem solle der künftige Vorsitzende »auch glaubwürdig als Christ« sein. Er, de Maizière, »erschien durch seinen Beruf und durch die Tatsache besonders geeignet, weil er bisher Vizepräsident der Bundessynode der ev. Kirche in der DDR war«. Diejenigen, die de Maizière auserwählt hatten, wollten demnach mit der Entscheidung für ihn verschleiern, dass der designierte CDU-Vorsitzende nichts anderes war als ein Mann der Wendemacher. Wie sie ihn eingeschworen hatten, zeigt der Vermerk, in dem es weiter heißt, de Maizière habe berichtet, man habe von ihm eine Stellungnahme verlangt, wie er zur DDR stünde. »Er (de Maizière) erklärte, daß für ihn das Wichtigste sei, daß die DDR ein souveräner sozialistischer Staat sein muß«, worauf man ihm gesagt habe, dass die CDU daran mitzuarbeiten habe. Gysi riet laut Vermerk nach mehrstündigem Gespräch seinem Besucher, den Posten anzunehmen, »wies ihn aber auch auf bestimmte charakterliche Schwächen hin, die in einer solchen Funktion gefährlich sein können«. Welche »Schwächen« dies waren, ist in dem Vermerk nicht festgehalten, wohl aber, dass »RA de Maizière (…) (zusicherte), daß er die Ratschläge seiner Ehefrau und auch seines bisherigen Vorsitzenden des Rechtsanwaltskollegiums (gemeint ist Gysi) beachten wird. Er wolle sich durchaus mit ihm beraten, wenn er glaube, politisch schwierige Entscheidungen treffen zu müssen«, heißt es in dem Vermerk abschließend. Mit anderen Worten: Der künftige Vorsitzende der Ost-CDU hatte seinem Freund, dem Wolf-Ersatzmann Gysi, wie es der Gorbatschow-Berater Falin ausdrückt, die Rolle seines Politikberaters angetragen.
Lothar de Maizière arbeitete, wie es von ihm verlangt worden war:..“

Auszug aus: Reuth, Ralf Georg. „Das erste Leben der Angela M. (German Edition).“

“How insecure Lothar de Maizière was in November 1989 and how close he was to the group around Wolf and Gysi is also made clear by the fact that he immediately went to Gysi after his nomination as CDU chairman. A memo from the MfS dated November 6, 1989 [8], based on a tape recording, reproduces the course of the conversation. Then de Maizière Gysi describes first of all that he had been informed “that a party member should become chairman who has not been burdened by a previous activity on a district or a district board or in the main board or in the apparatus.” In addition, the future chairman should “also be credible as a Christian”. He, de Maizière, “appeared particularly suitable because of his profession and the fact that he had previously been Vice-President of the Federal Synod of the Protestant Church in the GDR.” Those who had chosen de Maizière wanted to cover up the fact that the CDU chairman-designate was nothing more than a man of the turnaround. How they had sworn him in is shown in the note, which goes on to say that de Maizière had reported that he had been asked to comment on his position on the GDR. “He (de Maizière) declared that the most important thing for him was that the GDR must be a sovereign socialist state,” whereupon he was told that the CDU had to work on it. According to a note, after several hours of conversation, Gysi advised his visitor to accept the post, “but also pointed out certain weaknesses in his character that can be dangerous in such a function.” Which “weaknesses” these were is not recorded in the note, but it is stated that “RA de Maizière (…) (assured) that he will heed the advice of his wife and also of his previous chairman of the legal college (meaning Gysi). He definitely wants to consult with him if he thinks he will have to make politically difficult decisions, ”the note concludes. In other words: the future chairman of the Eastern CDU had proposed the role of his political advisor to his friend, Wolf’s substitute Gysi, as the Gorbachev adviser Falin put it.
Lothar de Maizière worked as he was asked… “

Excerpt from: Reuth, Ralf Georg. “The first life of Angela M. (German Edition).”

To Be Continued

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