Enttarnt – FCM-Präsident war STASI-Informant

Ulrich Kammrad

 

Der frühere Präsident des 1. FC Magdeburg und langjährige Sportrichter, Ulrich Kammrad, war in der DDR inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit. Das berichtet am Freitag das Magazin “Focus”. Kammrad räumte laut “Focus” seine IM-Vergangenheit ein. Sein Amt als Sportrichter beim Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) legte er inzwischen nieder.

1976 hatte Kammrad das Präsidentenamt beim DDR-Oberligisten 1. FC Magdeburg übernommen. Im selben Jahr verpflichtete er sich laut “Focus” als IM. Präsident des Clubs blieb er bis 1981. Als IM hat er dem Magazin zufolge über Spieler und Trainer berichtet, die aus Sicht der Stasi als unzuverlässig galten. Kammrad sagte dem “Focus”, er bereue seine Vergangenheit nicht. Er habe eine Aufgabe gehabt und die habe er erfüllt. Ihm sei es darum gegangen, seinen Club vor dem “Klassenfeind” zu schützen.

Der Landesfußballverband zeigte sich überrascht. FSA-Sprecher Volkmar Volkmar Laube sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Kammrad habe ehrenamtlich als Sportrichter für den Verband gearbeitet. Der 76-Jährige hat aber bei der planmäßigen Tagung der Sportrichter in Bülstringen vergangene Woche seinen Rücktritt aus dem Sportgericht bekanntgegeben und scheidet zum Monatsende aus. Laube weiter: “Durch den Fokus sind wir erst mit der Stasi-Vergangenheit konfrontiert worden. Im Moment steht der Verdacht im Raum. Daher können wir keine abschließend Aussage tätigen.”