Merkel-Mentor und Top-STASI-Spion hat Krebs im Endstadium

Schnur

 

1989 hatte er die Partei „Demokratischer Aufbruch“ (DA) gegründet, war sogar vier Monate deren Vorsitzender gewesen. Seine Pressesprecherin damals: die heutige Kanzlerin Angela Merkel (60).

Schnur sah sich schon als erster frei gewählter Ministerpräsident der DDR, hatte gute Chancen auf den Wahlsieg. Doch zehn Tage vor der Wahl, am 18. März 1990, wurde er als Stasi-IM „Torsten“ und „Dr. Ralf Schirmer“ (1965 bis 1989) enttarnt. Seine Partei kam infolgedessen auf nicht einmal ein Prozent der Stimmen.

Schnur
Schnur im Bonner Kanzleramt als Mitglied der „Allianz für Deutschland“ mit DSU-Chef Hans-Wilhelm Ebeling, Bundeskanzler Helmut Kohl und Ost-CDU-Chef Lothar de Maizière (CDU) (v. li. n. re.)
Foto: ullstein bild

Der mehrfach geschiedene Schnur ist Vater von insgesamt elf Kindern (fünf Söhne, sechs Töchter). „Im Moment bin ich wieder verheiratet, lebe aber von meiner Frau getrennt. Sie in Berlin. Ich in Brandenburg.“

Er bekommt Rente. Wie viel verrät er nicht. „Ist auch egal. Meine Tage sind gezählt. Im November 2011 wurde Prostata-Krebs diagnostiziert. Anfang 2012 sollte ich operiert werden. Da sich damals aber bereits Metastasen in der Hauptschlagader bildeten, verzichteten die Mediziner auf den Eingriff.“

Schnur
Schnur war 1989 Mitbegründer der späteren Partei „Demokratischer Aufbruch“
Foto: Zentralbild

Öfter muss Schnur seitdem – vor allem wegen Bestrahlungen – ins Krankenhaus. Zwischendurch sprach er mit Autor Alexander Kobylinski über ein Buch- und Filmprojekt zu seinem Leben. Am 18. März erscheint im Mitteldeutschen Verlag Halle die Biografie „Der verratene Verräter“. Der frühere DDR-Bürgerrechtsanwalt (Mandant u. a. Stephan Krawczyk): „Vom Film aber ist keine Rede mehr.“

 

QUELLE: ASV