Als aus Sportlern Spitzel wurden – Das STASI-Erbe des SC Neubrandenburg – Film

Der SC Neubrandenburg hatte bis zur Wende 350 Mitglieder. Im Club sowie in der Kinder- und Jugendsportschule arbeiteten bis zum Fall der Mauer über fünfzig Inoffizielle Mitarbeiter. Die Geheimdienst-Offiziere schafften es, mit ihrem IM-Netz den “Auftrag” der Partei zu erfüllen: Nie flüchtete ein Sportler des SCN bei Wettkämpfen oder Trainingslagern in den Westen. “Unsichere Kandidaten” wurden rechtzeitig aus dem Leistungssport “entfernt”. Zurück blieben Opfer, beispielsweise Sportler, die nicht abtrainieren durften.
Einer hätte das fast nicht überlebt, Freundschaften zerbrachen und die Spitzel von damals peinigt die Schuld. Sie alle kommen zu Wort, so dass sich erstmals ein detailliertes Bild der Stasi-Überwachung im DDR-Leistungssport ergibt.

“Ich habe mich immer dafür geschämt, dass ich unterschrieben habe.” Das sagt eine ehemalige Inoffizielle Mitarbeiterin der Staatssicherheit. Sie wollte nur Olympiasiegerin werden, eine Brieffreundschaft zu einem ägyptischen Athleten wurde ihr zum Verhängnis.

Vor genau 50 Jahren wurde der Sportclub Neubrandenburg gegründet, die Erfolge seiner Sportler haben die Stadt im Osten Deutschlands international bekannt gemacht. Die Namen Dittmer, Kumbernuss, Dietzsch und Bartels stehen dafür. Der Verein war schon vor dem Fall der Mauer ein zuverlässiger Medaillenlieferant des DDR-Sports. Sorgfältig sind die acht Olympia-Goldmedaillen und 43 Weltmeistertitel in der Vereinschronik festgehalten. Das Leben im DDR-Leistungssport hatte aber eine bislang nicht dokumentierte dunkle Seite, es war geprägt von Überwachung, Erpressung und Manipulation. Athleten, Trainer, Funktionäre, auch Journalisten spitzelten für die Staatssicherheit.